Berkshire Mountains Teil 2

Berkshire Mountains Teil 2

Wie versprochen hier der Bericht vom Sonntag unseres Wochenende im Westen von Massachusetts.
De Tag begann nicht wirklich vielversprechend, weil das Wetter im Vergleich zum Vortag ziemlich regnerisch war. Nachdem wir kurz gefrühstückt und alle Camping Sachen in die Autos verstaut haben, ging es zum CrapApple-Stützpunkt am Deerfield River, von wo wir unsere Rafting Tour starten wollten. Da das Wetter immer noch recht schlecht war, wurde vom Veranstalter kurzerhand das Mittagessen, was eigendlich als Picknick während des Raftings geplant war, vorgezogen. Nachdem wir also die Sicherheitseinweisung bekommen haben, wurde direkt gegessen, noch bevor wir zum Fluss aufgebrochen waren. Das hatte natürlich den Vorteil, dass wir in Ruhe und vorallem trocken Essen konnten. Zur gleichen Zeit draussen hatte sich nämlich der leichte Nieselregen in einen ausgewachsenen Neu England Landregen entwickelt. Nach dem Essen ging es dann aber auch los. Wir wurden in alte, typisch amerikanische Schulbusse verfrachtet und sind 30min flussaufwärts gefahren, bevor wir dann, direkt am Staudamm, in die Boote gestiegen sind.

Die ganze Fahrt hat etwa drei Stunden gedauert und war als Kategorie 1 bis 3 angekündigt, wobei 1 super einfach und 3 mittelschwer ist. Rausgekommen ist ein Fluss der hauptsächlich flach war und ab und an mal ein wenig schnelles Wasser hatte. Von „white water“ (=weisses Wasser = Stromschnellen) war, bis auf eine einzige Stelle, nichts zu sehen.


Meine ganz persönliche Meinung (und nicht die von Judith): Die Tour war etwa so aufregend, wie paddeln auf der Niers (also quasi gar nicht). Der Guide in unserem Boot hat sich wirklich Mühe gegeben, das ganze zu einem Erlebnis zu machen, aber bei mir hat er das nicht geschafft. Ein Flussabschnitt, der auch von 8-10jährigen problemlos gemeistert werden kann, hat einem Geschwindigkeits-Junkie wie mir leider nicht viel zu bieten. Bis auf diese eine Stromschnelle, die Kategorie 3 war, und wo dann auch die Bilder aufgenommen wurde, war das ganze eine ziemliche Rentnerveranstaltung. Allerdings hat mir diese eine Stromschnelle eine Sache gezeigt: Rafting kann Spass machen, aber dafür brauche ich ein Flussabschnitt Kategorie 3-5. Nur wenn mir vor Angst der Arsch auf Grundeis geht, dann machts mir auch richtig Spass.

Da der Fluss aber recht geruhsam vor sich hin floss, hatte man Zeit die Landschaft zu beobachten. Der Fluss fließt in einem unbesiedeltem Tal und die Hänge waren komplett bewaldet. Zusammen mit niedrig schwebenden Wolken und dem ständigen Regen, hatte man den Eindruck durch einen Regenwald zu paddeln. Das war wirklich ein beeindruckender Anblick!

Nach den drei Stunden Rafting wurden wir dann wieder in die Busse verfrachtet und zurück zum Stützpunkt gefahren. Nachdem wir uns in trockene Sachen umgezogen hatten, wollten wir eigendlich wieder Richtung Boston aufbrechen. Das mussten wir leider verschieben. Da Laures Freund nicht mit raften gehen wollte, war geplant, dass er in der Stadt in der Nähe sich die Zeit im Museum vertreiben wollte. Deswegen wollte er nach uns vom Campingplatz abfahren. Leider hat das nicht geklappt, weil Laures Auto plötzlich nicht mehr anspringen wollte. Der Wagen konnte zwar fremdgestartet werden, wollte dann aber nicht mehr über 2000 Umdrehungen drehen. Also wurde der Wagen in die Stadt zur nächstgelegenen Werkstatt geschleppt. Nun hatten wir natürlich ein Problem: Wir brauchten den Wagen um all unsere Sachen und alle Leute wieder zurück nach Boston zu transportieren. Nach einigem Hin und Her sind wir dann mit allen Autos zu der Werkstatt gefahren (Nur zur Erinnerung, es war Sonntag und die Werkstatt nicht wirklich offen, obwohl Leute drin gearbeitet haben). Dort angekommen, haben Mike und ich versucht, den Wagen wieder flott zu bekommen. Der Wagen hat alle möglichen Warnlampen an, die allgemeine Motorwarnlampe, ABS, ESP und hat nicht über 2000 U/min gedreht. Eine Stunde haben wir vergeblich versucht, den Fehler zu finden. Unsere Verdacht war, dass das Motorsteuergerät kaputt ist. Also haben wir entschieden, alle Sachen, die wir nicht unbedingt sofort in Boston brauchen, in dem Wagen zurückzulassen um so Platz für alle Leute und alle wichtigen Dinge zu schaffen. Als wir alle verstaut hatten, haben wir die drei Stunden Fahrt nach Boston angetreten.

Zwei Tage später hat Laure Bescheid bekommen, was an ihrem Auto kaputt war: Es war eine durchgebrannte Sicherung. Das hat Mike und mich unglaublich sauer gemacht, weil wir einen Sicherungskasten überprüft haben. Das dumme war nur, dass dieser Wagen insgesamt drei verschiedene Sicherungskästen hat. Wir hatten den fraglichen Sicherungskasten zwar ebenfalls geöffnet, aber leider nicht genau genug überprüft. Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig gedemütigt gefühlt habe.

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Ein Gedanke zu „Berkshire Mountains Teil 2

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