San Francisco

Dieses Jahr war die Cytokine Konferenz, wo ich letzes Jahr in der Schweiz war, in den USA und zwar in San Fransisco. Daher haben wir das mit einem Kurzurlaub verbunden, Karsten kam am letzten Tag der Konferenz nachgeflogen und wir hatten dann ein verlängertes Wochenende dort. Da Karsten erst spät abends ankam, habe ich den freien Nachmittag zum Besuch einer Impressionisten Ausstellung im „Legion of Honor Museum“ genutzt. Von dort konnte ich auch schon erste Blicke auf die Golden Gate Bridge geniessen.
Geplant hatten wir eigentlich am Freitag Alcatraz zu besuchen, da es aber ein Nationalpark ist, war dieser aufgrund des „Goverment Shutdowns“ geschlossen 🙁 … Das war auch für einige kleinere Parks oder Strände der Fall, jedoch konnte man zu Fuss trozdem Teile erkunden, da man einfach am Gate für Autos vorbeilaufen konnte…
Also haben wir den Tag alternativ mit der Erkundung des Shopping District, rund um Union Square und Chinatown, beides direkt bei unserem Hotel, genutzt. Samstag haben wir dann spontan eine „Go Car Tour“ gemacht: man mietet ein kleines Zweisitzer-Auto (kann man in den Bildern sehen) und fährt GPS-vermittelt eine Tour und bekommt Infos zu den Sehenswürdigkeiten am Weg. Wir haben uns für die dreistündige Tour entschieden, die uns durch verschiedenste Ecken von San Fransisco geführt hat. Eigentlich sollte man auch Lombard Street runterfahren, aber wegen Sperrung haben wir uns sie dann spater zu Fuss angeschaut.
Unser Flug ging erst spät abends am Sonntag, daher hatten wir noch Zeit uns den Yoda-Brunnen“ am Hauptsitz von Lucas Studios anzuschauen, bevor wir uns die Golden Gate Bridge nochmal aus den Nähe angesehen haben. Danach haben wir uns die Zeit auf dem Castro Street Fair vertrieben. Durch Zufall war 40jähriges Jubiläum des Festes, gegründet von Harvey Milk im Castro Bezirk, dem Schwulenviertel von San Francisco. Es war eine gute Party mit DJs und viel Musik!
Hier mal einige Eindrücke:

Visaprobleme gelöst

Meine Visaprobleme haben sich endlich gelöst. Obwohl viele Regierungsangestellten zur Zeit in den Zwangsurlaub geschickt wurden, konnte ich diese Woche wieder anfangen zu arbeiten. Also was war geschehen?

Vor exakt einem Jahr habe ich meinem Boss gesagt, dass das letzte Jahr meines Visums angebrochen ist und wir noch nicht wissen, ob wir in den USA bleiben oder nicht. Allerdings wenn wir in den USA bleiben wollen, brauche ich ein neues Visum. Bis zum Ende des Jahres hatten wir uns allerdings dazu entschieden, erstmal hierzubleiben. Ich hatte mich dann entschieden, zunächst zu versuchen, einen Job in der Biotechnologie Industrie zu finden. Da Visa in der Wirtschaft nur begrenzt vorhanden sind und die ganze USA die Visa am ersten April beantragt, hatte ich mir bis zum ersten März Zeit gegeben, einen Job zu finden. Leider hatte ich kein Glück, so das ich in der ersten Märzwoche wieder zu meinem Boss gegangen bin und ihm mitgeteilt habe, dass ich in der Arbeitsgruppe bleiben möchte, jedoch ein Visum benötige. Ich habe ihm auch gesagt, dass, soweit ich gehört habe, MIT kein Visum für meine Art von Arbeitsstelle sponsern würde. Die Antwort war: „Jaaa, ok, aber wir haben ja noch sieben Monate Zeit, da wird sich schon was finden. Wir erwarten Geld von einem russischen Förderungsantrag, darüber könnten wir dich bezahlen.“ Ok, also warten wir erstmal.
Über die nächsten drei Monate ging das dann so weiter. Derweilen wurde Judiths neuer Visumsantrag pünktlich sechs Monate vor Ende des alten Visums abgeschickt. Mitte Juni wollte mein Boss dann plötzlich einen Ansprechpartner beim MIT haben, um mit ihm ein Gespräch über mein Visum zu haben. In diesem Augenblick habe ich gemerkt, dass die Bemerkung das MIT mich NICHT sponsern wird, anscheinend nicht gehört wurde (zusammen mit den 19 anderen Male, wo ich das gesagt habe). Nun, was für eine Überraschung, MIT wird nicht für mein Visum bezahlen. Also war die einzige Option für mich, offiziell den Arbeitgeber zu wechseln und vom Boston Children’s Hospital (BCH) bezahlt zu werden. Ich würde allerdings weiter in meiner Arbeitsgruppe und meinem Job bleiben.

Dann war es plötzlich Anfang August und bei mir ist nichts passiert. Ich war noch immer angestellt beim MIT und Children’s hat sich noch immer nicht bewegt. Auf der anderen Seite war Judiths Visum mittlerweile bewilligt. Plötzlich Mitte August wurde ich innerhalb von nur einer Woche tranferriert. Ich war also offiziell ab 19.Aug ein Angesteller von BCH. Ich dachte, endlich kommen die in die Gänge und ich bekomme doch noch rechtzeitig mein Visum zum ersten Oktober. Falsch gedacht! Für die nächsten zwei Wochen hat sich nichts getan. Keiner hat sich bei mir gemeldet und die nötigen Unterlagen angefordert. Selbst meine Emails und Anrufe wurden ignoriert.

Dann, dreieinhalb Wochen bevor mein Visum auslief, wurden endlich die Unterlagen von Children’s angefordert, so dass sie endlich angefangen haben mein Visum zu bearbeiten. Am Freitag den 29.09 wurden mein Antrag mit allen erforderlichen Unterlagen zur United States Citizenship and Immigration Services, der US Behörde, die für Visaanträge zuständig ist, geschickt. Damit war mir offiziell erlaubt, über den ersten Oktober hinweg, mich weiter in den USA aufzuhalten. Allerdings durfte ich ab dem ersten Oktober nicht mehr arbeiten. Deswegen wurde ich in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt, bis mein Visum bewilligt wurde.

Da ja ebenfalls am ersten Oktober der US-Haushaltsstreit ausbrach, hatte ich befürchtet, dass der Antrag wohl sehr lange bei der Behörde liegebn würde, bevor er bearbeitet werden würde! Falsch gedacht! Da die Behörde fast ausschliesslich über die Antragsgebühren bezahlt wird, blieb sie offen und hat mein Antrag innerhalb einer Woche bearbeitet. Ich habe meine Arbeitserlaubnis an diesem Montag wiederbekommen, so dass ich nur eine Woche gefehlt habe.

Was hab ich aus dieser Erfahrung gelernt? Anscheinend muss ich mich um alles selber kümmern und kann mich nicht auf meinen Boss oder den Arbeitgeber verlassen. Am Besten ist es wohl, wenn ich jeden Tag den Leuten so lange auf den Keks gehe, bis sie sich bewegen und endlich tun, was sie versprochen haben. Anscheinend ist der Anreiz, nicht mehr von mir genervt zu werden, höher als alle anderen Anreize. Eine wertvolle Erfahrung für mein weiteres Berufsleben.