Wurst – Selbstgemacht

Seit meinem Geburtstag im August haben wir einen Fleischwolfaufsatz für unsere KitchenAid Küchenmaschine. Also wurde es höchste Zeit das Ding endlich mal auszuprobieren. Für den ersten Versuch wollte ich eine einfache, feine Bratwurst herstellen, die man evtl. später als Basis für eine gute Currywurst nehmen kann. Nach zwei Kilo Schweinefleisch und vier Stunden Arbeit darf ich verkünden, dass uns das gelungen ist. Schwierig war das Auslösen der Schulterknochen und das gleichmässige Füllen des Schweinedarms. Aber für das erste Mal war es gar nicht so schlecht. Nun muss ich nur noch eine Currysoße kochen, für eine gute Currywurst Pommes. Nach dem Käsekuchen, ist dies nun also das deutsche zweite Essen was wir erfolgreich in den USA selbstgemacht haben. Hier einige Impressionen:

CDC Inspektion NEIDL

Nachdem dieses Jahr endlich alle rechtlichen Hürden für BSL-4 Arbeit im NEIDL geklärt wurden (Gerichtsverfahren und Boston City Council), konnte nun die lang erwartete Inspektion des CDC stattfinden. Der ursprüngliche Plan war, dass sie für fünf Tage kommen, dieses wurde dann aber auf sieben Tage mit mehr Inspektoren erweitert. Letzte Woche Dienstag war es dann soweit, sechs CDC Inspektoren besuchten uns im NEIDL, um das BSL-4 zu begutachten. Dabei wird alles was mit Betrieb des Labos zu tun hat angeschaut, z.B. Design & Aufbau des Labors, Sicherheit, Trainingprogramm und Interviews mit Angestellten. Obwohl wir ja noch keine BSL-4 Erreger haben, trainieren wir seit letztem Jahr im BSL-4 Labor für diesen Fall: Wir simulieren die Arbeit mit BSL-2 Virus, aber alles nach BSL-4 Vorschriften und im Schutzanzug. Zwei der Inspektoren sind mit uns in unseren BSL-4 Laborbereich, den wir als erstes zulassen wollen, gegangen, um auch die Ausstattung des Labors zu begutachten.
Es war eine sehr anstrengende Woche, aber das Resultat war besser als erwartet. Das CDC hat keine Probleme gefunden, die eine BSL-4 Zulassung verhindern würden. Es gibt immer noch einige Details, die gemacht werden müssen, bevor wir eine finale Genehmigung bekommen, wie zum Beispiel Tests bestimmter Systeme, wo noch die Dokumentation fehlt. Sie haben uns eine Zusammefassung gegeben, was im finalen Bericht stehen wird, den wir erst vermutlich im Januar bekommen werden. Damit können wir jetzt schon anfangen an diesen Sachen zu arbeiten. Meistens kommt das CDC für mehr als einen Besuch, da sie aber keine grossen Probleme sehen, wird die Genehmigung ohne weitere Verzögerung erteilt. Sie planen kurz nachdem wir BSL-4 Virus (Ebola und Marburgvirus) haben, wiederzukommen, um dann unsere Arbeitsabläufe damit zu überprüfen. Aus Sicht des CDC ist dies im ersten oder spätestens 2. Quartal nächstes Jahr der Fall! Sie waren sehr optimistisch, dass es eher „früher als später“ der Fall sein sollte 🙂 .
Die einzige andere Hürde ist dann noch die Genehmigung der Boston Public Health Commission, die in Boston für alle BSL-3 und nun auch BSL-4 Labore verantwortlich ist. Es ist unklar, was genau von ihrer Inspektion zu erwarten ist, aber sie sind schon dabei unsere Protokolle/Dokumentation/Trainingsprozesse zu begutachten. Ein mögliches Hindernis wurde während des CDC Besuchs gefunden: der Plan ist eine neue Isolierstation im Krankenhaus zu haben. Nun muss geklärt werden, ob die Boston Public Health Comission erwartet, dass sie fertig sein muss, bevor sie eine Genehmigung geben. Das CDC erwartet es nicht und denkt, dass wir bereits einen ausreichenden guten Plan für Isolation einer potentiellen Laborinfektion haben, bis die Isolierstation fertiggestellt ist. Diskussionen darüber laufen anscheinend auf hoher politischer Ebene zwischen Boston University und der Boston Public Health Commission.

Alles in allem verläuft aber alles „nach Plan“, so dass wir nächstes Jahr mit BSL-4 Virus arbeiten können. Unser neuer Direktor, Ron Corley (auch Leiter des Insituts für Mikrobiologie) denkt, dass wir spätestens im Juni mit Zellkultur anfangen und Ende 2015 mit Tierversuchen planen können!