Amerikanisches Essen

Amerikanisches Essen

Gestern habe ich mich mal an eine seltsame amerikanische Essens-Kombination gewagt: Chicken & Waffles … also Hähnchen und Waffeln! Ein paar Leute aus dem Institut wollten das mittags ausprobieren und wir waren auch eingeladen. Also ging es dann zu Fuss los, nach einer Viertelstunde (quer durchs Gewerbegebiet hinter dem Institut) kamen wir dann bei The Henhouse Boston an. Um mal richtiges amerikanisches „Soulfood“ zu testen hab ich dann also mal diese wilde Kombination bestellt:

Ich habe mich fuer eine Buttermilk-Waffle mit Whipped Butter und Chicken Tenders entschieden, den Sirup und die Sosse konnte man dich dann noch selbst nach Belieben dazupacken. Also man muss sagen, dass die Kombi etwas seltsam erscheint, aber es hat echt gut geschmeckt. Ok, ich habe mich mit dem Sirup etwas zurückgehalten, heisst nur ein bisschen auf meine Waffel … richtig amerikanisch müsste man die Waffel damit richtig tränken und dann das Hähnchen darauf verteilen, also ein riesiges Sirup-Massaker! Da bin ich wohl dann doch zu „Un-Amerikanisch“, mein Teller war also nicht ein einziger Sirup-See. Um mal den Sirup-Verbrauch der Amerikaner zu beschreiben: wir waren 8 Leute und hatten 1 Kännchen Syrup (so wie ein kleines Kaffekännchen im Restaurant), die Deutschen also Kerstin, Dominik (der sich lieber an Pommes gehalten hat anstatt Waffel) und ich haben echt nicht viel genommen aber trotzdem war das Kännchen nachher fast leer!!! Also war alles echt interresant und erstaunlicherweise hat es echt gut geschmeckt, mal sehen was wir als nächstes an amerikanischem Essen testen!! Vielleicht ja schon heute abend auf der Grillparty … ?

Ich kann einfach nicht ohne!

Ich kann einfach nicht ohne!

In meiner netten Geschichte von gestern habe ich ja ausfühlich über den lustigen Mietwagentag berichtet. Was ich aber ausgelassen habe, ist warum ich überhaupt einen Truck samt Anhänger gemietet habe. Viele von euch haben es geahnt/befürchtet und deswegen möchte ich heute offiziell verkünden, dass ich schwach geworden bin und mir einen Käfer gekauft habe. Es ist der 1958 Faltdachkäfer aus Nashua, NH, von dem ich letzte Woche berichtet habe. Ich habe am Montag den Besitzer angerufen und alles klar gemacht. Gestern haben wir ihn dann von Nashua zu uns in die Garage geschleppt.

Wie ich bereits geschrieben habe, erfordert der Wagen viel Zuwendung und Arbeit, aber im Gegensatz zu meinem 1969er, der zur Zeit in der Garage meiner Mutter steht, kann ich hier jederzeit am Käfer arbeiten. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Arbeit an diesem Käfer viel schneller vorangeht.

Um nicht den Boston mit meinen Käferbildern voll zu müllen, habe ich für die Interessierten unter euch einen eigenen Käferblog aufgemacht. Dort werden dann die Fortschritte am Käfer ausführlich dokumentiert. Den Link findet ihr oben in der Leiste unter „New England Looker“ oder ihr geht direkt auf http://new-england-looker.blogspot.com! Die grossen Etappen im Aufbau werden allerdings auch im Boston Blog zu sehen sein.

Hier aber noch ein paar Bilder von der gestrigen Aktion:

Wenn unterbezahlte Amis machen was sie wollen!

Wenn unterbezahlte Amis machen was sie wollen!

Ich habe für heute, Samstag, bei einer grossen Mietwagenkette einen Truck samt Anhänger gemietet. Als wir ihn heute um 10h abholen wollten, hatten wir eine sehr komische Begegnung mit dem Mietwagentypen. Wir sollten, laut Internetseite der Firma, 20$ für den Truck plus 0,99$ pro gefahrene Meile zahlen. Ausserdem kostet der Trailer 50$. Als wir den Wagen abgeholt haben, hat der Miet-Heini den Preis pro Meile erstmal auf 0.19$ herabgesetzt. „Falls jemand fragt, ihr habt lange gewartet und wart sehr sauer“! AH HA!?!

Nun dann haben wir unseren Weg angetreten, dabei ist mir fast die Karre verreckt. Manchmal, wenn die Automatik zurückgeschaltet hat, hat sich das Getriebe ganz komisch angehört und plötzlich kam das Ding nicht mehr aus den Puschen. Das einzige, was geholfen hat, war Motor aus, Getriebe auf Parken und dann wieder Motor starten und auf D stellen. Ist natürlich toll, wenn man das auf dem Seitenstreifen des Highway machen muss. Ich hatte auf der Hin- und Rückfahrt insgesammt 4x das Vergnügen.

Als wir den Wagen dann wieder zum Miettypen zurückgebracht haben, gab es die nächste Überraschung. Wir hatten nämlich vergessen zu tanken. Da ich aber nicht mit Anhänger aus einer engen Ausfahrt rückwärts wieder raus wollte, wollten wir eigendlich dem Typen sagen, dass er die Tankkosten von unserer Kreditkarte abbuchen soll. Er aber meinte, dass das gar kein Problem sei und er das einfach so annehmen würde. Ausserdem hat er den Mietpreis von Anhänger von 49.99 auf 9.99 zurückgesetzt. HÄ ??? Naja wir haben uns nicht beschwert. Wir haben so nämlich anstatt fast 200$ insgesamt nur 70.25$ bezahlt. Echt super!

Unser Wochenende: Sonntag

Unser Wochenende: Sonntag

Nachdem wir (selbstverständlich) lange ausgeschlafen haben und ich den Schock von gestern verdaut hatte, sind wir ganz beschwingt in den Tag gestartet. Nachdem ich meine Anrufe zum Muttertag erledigt hatte (schöne Grüsse an Mutter, die natürlich wieder nicht zu erreichen war), hatte ich einen Anruf von einem Käferbesitzer aus Florida. Er habe einen 58 Faltdachkäfer in New Hampshire bei seinen Eltern stehen, den er verkaufen würde, allerdings zusammen mit einem 77er Käfer als Paket. Ich war allerdings nur an dem 58er interessiert und der Verkäufer schien mir nicht unbedingt abgeneigt zu sein, mir nur den 1958er zu verkaufen. Also haben wir uns am Sonntag um 15.30h wieder ins Auto geschmissen und sind die 60min nach Nashua, NH gefahren.

Ich wusste von diesem Auto nur folgendes: Es ist ein 1958er Faltdachkäfer, der seit Jahren auseinandergebaut in einer Garage sitzt. Der Besitzer hat ihn, als er 16 war, gekauft und ihn seitdem restauriert. Er hat ein paar Roststellen, die geschweisst werden müssen, evtl die Heizkanäle und etwas in den hinteren Radkästen. Ausserdem wurde die Reserveradwanne mit viel Spachtelmasse abgedichtet. Die gesamte Karosse soll bereits entlackt und stellenweise mit Primer versehen worden sein. Die orginale Innenausstattung soll kurz vor „Klinisch tot“ sein, allerdings habe er eine weitere Innenausstattung, die noch brauchbar sein sollte. Der Faltdachbezug ist weg aber das Gestänge ist da. Auch ansonsten soll der Wagen komplett sein. Für die meisten Leser dürften diese Eckdaten eher einem Teilesammelsurium als einem Auto gleichkommen, ich allerdings konnte durchaus Potential erkennen.

In Nashua angekommen, fand ich exakt das, was mir der Besitzer versprochen hatte. Einen komplett zerlegten 58er Faltdach-Käfer, der in einer kleinen Garage stand, die voller Käferteile war.

Die Garage war so voll, dass die Eltern des Besitzer keine Möglichkeit hatten, den Wagen aus der Garage rauszurollen. Deswegen bin ich auf dem Käfer rumgeturnt, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, ihn von vorne zu sehen.

Wie der Besitzer schon gesagt hat, hat der Wagen Probleme mit den hinteren Radkästen und den Heizkanälen. Ausserdem war die Reserveradwanne voller Spachtelmasse. Aber ansonsten war es eine solide Schüssel. Im Kaufpreis inbegriffen sind zwei Innenausstattungen, zwei Motoren und zwei Motorhauben, alle jeweils dem Baujahr entsprechend. Ausserdem hatte der Käfer Ausstellfenster hinten, was sehr begehrte Teile sind und recht teuer gehandelt werden. Und allem voran natürlich: Er hat ein originales Faltdach!

Für alle, die nicht wissen, wie ein Faltdach aussieht, dem sei folgendes gesagt: Ein Faltdach ist der perfekte Kompromiss aus Cabrio und geschlossenem Wagen. Im Gegensatz zu einem Schiebedach, was meist nur über dem Fahrer und Beifahrer öffnet, öffnet ein Faltdach das gesamte Dach von vorne bis hinten zur Rückbank. Man hat quasi das Cabrio-Feeling ohne ein Cabrio zu haben! Hier ein Foto eines 1962er Faltdach-Käfers

Ich habe mir den Wagen lange und sehr gründlich angeguckt, weil er eigendlich mehr Arbeit verursacht, als ich mir vorgestellt habe, aber irgendwie hat mich in seinen Bann gezogen. New England ist das absolute Käfer-Nirvana, das Angebot an Käfern, die meinen Vorstellungen entsprechen, ist sehr begrenzt. Und wenn man dann einen Käfer aus den 50ern, sogar mit Faltdach (!) in einem doch recht soliden Zustand findet, an dem man sich vollkommen austoben kann, dann ist es für mich wirklich nicht einfach NEIN zu sagen.

Die Fahrt nach Hause war deswegen natürlich davon geprägt, dass ich mit Judith darüber beraten habe, ob wir diesen Käfer kaufen oder nicht. Denn wer glaubt, dass ich die Illusion habe, eigenmächtig einen Käfer kaufen zu können, der irrt sich. Ich bin doch nicht lebensmüde 😉

Unser Wochenende: Samstag

Unser Wochenende: Samstag

Sind wir mal ehrlich, es gibt Dinge, die sind so fest mit mir verbunden, das sie quasi eine Einheit bilden:

1. Judith und ich (Nunja wir sind verheiratet, da bleibt einem ja keine andere Wahl als fest verbunden zu sein)

2. elektronische Musik und ich

3. „ich hab da mal ne Frage..“ und ich

Der kundige Leser weiss aber ganz genau, was noch in dieser Liste fehlt:

Der Käfer und ich!!!

Deswegen habe ich mich in letzter Zeit auf die Suche nach einem standesgemässem, fahrbarem Untersatz begeben. Es sollte ein Käfer vor BJ 1967, ein kleiner Karmann Ghia vor BJ 1969 oder ein grosser Karmann Ghia jeglichen Baujahrs.

Letzte Woche wurde ich bei craigslist fündig. Ein 1962er Exportkäfer in Beige und ein weisser 1963er in Augusta, Maine, „nur“ drei Stunden Autofahrt entfernt. Also haben Judith und ich einen Roadtrip nach Maine geplant, kurzerhand ist  sogar noch Stanley mitgekommen, so dass wir bei sonnig bis bewölktem Wetter zu dritt gen Norden gedüst sind. Dabei haben wir festgestellt, dass zwar der Sprit (Alkohol) in New Hampshire billiger ist als in Boston, aber der Sprit (Benzin) teurer (vielleicht lag es auch daran, dass wir an Raststätte geguckt haben). Die Hoffnung, das der Sprit (Benzin) in Maine wieder billiger würde, hat sich leider nicht erfüllt (wie der andere Sprit so ist, wissen wir nicht, haben wir nicht getestet). Was uns allerdings aufgefallen ist, ist dass die Highway-Schilder in Maine sowohl Meilen als auch Kilometer angeben.

Nach etwa zwei Stunden haben wir den Verkäufer (Dick) angerufen und erfahren, dass der beige Käfer schon verkauft sei. Also ging es für mich nur noch um den weissen 62er. Bei Dick angekommen, habe ich schnell festgestellt, dass ich diesen Käfer garantiert nicht kaufen werde.

Irgendjemand hat sich ganz übel an diesem armen Ding vergangen. Der gesamte hintere Teil des Wagens war ein einziger Flickenteppich aus zusammengestückelten Blechen jeglicher Epoche. Die Bodenbleche waren doppelstöckig und übels verrottet. Wer auf die Idee gekommen ist, ein Rohr durch den Innenraum von hinten nach vorne zu führen, um dadurch die Heizung nicht mehr durch die mies geschweissten Heizkanäle leiten zu müssen, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Ebenfalls völlig unverständlich ist mir, warum man die Sicke inmitten der Fronthaube rausschneidet und ein glattes Blech einsetzt. Rundum eine Katastrophe!!! Ein kleiner Sonnenblick war aber der 1959er Ford Fairlane, der bei ihm auf dem Hof stand. Da konnten wir erstmals in den USA einen dieser riesigen Amischlitten aus der Nähe betrachten.

Nach dieser ernüchternden Besichtigung haben wir die Möglichkeit genutzt und ein wenig Maine entdeckt.  Wir sind von Augusta nach Bath gefahren. Dort steht angeblich der grösste Kran von Maine.

Sonst hatte dieser Ort aber nichts interessantes zu bieten. Deswegen sind wir weiter nach Portland gefahren. Das war eher was fürs Auge.

Portland hat sogar sein eigenes Stück deutscher Geschichte, allerdings frag ich mich, welcher GI das in Berlin gemopst hat.

Da es schon spät war, haben wir in einem Pub in Portland zu Abend gegessen und sind dann wieder zurück nach Boston gefahren. Auch wenn die Käfersuche nicht erfolgreich war, war es doch ein schöner Tag in Maine.