Der erste Besuch

Der erste Besuch
So nun haben wir also unseren ersten Besucher !!! Und zwar ist es Stanley (Tinis Freund fuer alle die den Namen nicht zuordenen koennen 😉 ), der jetzt im Maerz an der University of Massachuessets in Worcester (ca. 40 Meilen von Boston nach Westen) anfaengt seinen Post Doc zu machen. Er ist am Montag angekommen und da wir ja die einzigen mit einem Geastezimmer hier sind, haben wir natuerlich Unterkunft gewaehrt…. unser Gaestezimmer ist zwar noch komplett ohne Moebel, aber mit Kristinas Luftbett und Stanleys Schlafsack laesst es sich schon dort schlafen … die Einrichtung wird eben erst jetzt irgendwann mal angeschafft, nachdem wir ja durch Karstens Job mehr Geld haben. Wenn das WG-Zimmer, was Stanley sich heute in Worcester anschaut, ok ist, wird er uns schon wieder Ende der Woche oder frueher verlassen, sonst spielen wir eben noch laenger Hotel Olejnik 🙂 .

Graduate student recruiting

Graduate student recruiting
Gestern konnten wir uns mal wieder davon ueberzeugen, dass das amerikanische Universitaetssystem total anders ist, als wir es von Deutschland her kennen. Obwohl Feiertag (Presidents Day) war, fand bei uns im Institut das jaehrliche Recruiting der graduate students statt: Es gibt hier Programme, auf die man sich bewerben muss, um seinen Master oder PhD zu machen. Dafuer bekommt man dann aber auch eine Art Stipendium der Universitaet oder des Institutes, dass heisst man muss fuer seine Kurse nichts bezahlen … so ist es zumindest hier im Department of Microbiology. Mann muss dann eben bestimmte Kurse besuchen, Lab rotations (also Praktika in verschiedenen Laboren) und bestimmte Seminare halten, als Teil des Graduate Programms, wer das genauer wissen will kann sich hier ueber die graduate programs des Department of Microbiology informieren 😉 .

Man muss sich also auf diese Programme bewerben, betimmte Tests machen und z.B. begruenden, warum man das machen will…. und aus den Bewerbern sucht sich das Institut dann die Kandidaten aus, die es gerne haette! Eben diese Wunschkandidaten waren dann gestern also hier und durften sich „praesentieren“: Gespraeche mit den Faculty, Lunch mit Studenten, das Institut angucken… Wie das genau tagsueber war, kann ich nicht sagen, da ja wie gesagt Feiertag war und ich deshalb erst spaeter gekommen bin 🙂 , naemlich zur Postersession! Da konnte, wer wollte oder sollte (ob das freiwillig war oder nicht haben wir immer noch nicht so ganz verstanden), ein Poster seiner Arbeit aufhaengen, damit die Kandidaten sich ueber die Forschung am Institut informieren koennen. Da unsere Poster noch in Marbueg waren oder vernichtet wurden, haben wir dann ein paar Vortraege auf meinen Laptop gepackt und den hingestellt…. allerdings wollte keiner was wissen zu unseren Projekten. Denke mal liegt aber auch daran, dass die eben z.T. keine Ahnung ueberhaupt hatten und mehr Interresse daran hatten, wie die graduate programs hier genau organisiert sind, wovon wir jetzt nicht unbedingt Ahnung haben. Und sonst waren die ja auch schon seit morgens hier auf der Tour durchs Institut, da will man dann um 17 Uhr nicht auch noch wissenschaftliche Diskuissionen anfangen… Also ein Riesen-Aufwand die ganze Sache, nicht wie in Deutschland, dass man, um sein Diplom zu bekommen, einfach normal studiert und sich einen Platz fuer Diplomarbeit/ oder spaeter Doktorarbeit sucht und sonst nix! Fanden das alles irgendwie selstam…, haben aber schonmal David kennengelernt (einen graduate student im ersten Semester hier), der irgendwann bei uns im Labor ein Parktikum machen wird.

Danach gabs dann noch als Abschluss des Tages ein Dinner bei Ron Corley (dem Chef des Institutes), wo wir uns dann auch mal dran beteiligt haben. Waren ja schon gespannt wie man hier als Chef so wohnt, aber das Haus hatten wir echt nicht erwartet! Auf der Weggeschreibung stand “ es ist das grosse weisse Haus auf dem Huegel“… und es war echt nicht zu uebersehen, eine Riesenbude!! Wir haben zwar nur das Erdgeschoss bewundern koennen, aber das war alles schon sehr eindrucksvoll. Insgesamt gibts im Haus 7(!!) Kamine, 5 im Erdgeschoss (die auch alle schoen am brennen waren), und jeweils einen in der 2. und 3. Etage. Den ersten Kamin konnte man gleich in der Eingangshalle bewundern, von der dann Rons Arbeistzimmer, 2 kleine Wohnzimmer, das Esszimmer und eine riesige Kueche mit noch einer Art Esszimmer abgingen. Wir haben echt gestaunt was es da alles gab… am besten fanden wir aber im Esszimmer den „Kronleuchter“.. wenn man das son nennen darf, laut Ron ist es einfach eine Lampe. Also wie ein Kronleuchter, aber nicht mit dem ueblichen Kristall oder so, sondern bestehend aus drei Affen in roten Jacken (laut Ron „georgian monkeys“) aus Holz!! Wenn ich an die Fotos komme, die Erin gemacht hat kann ichs mal hier reinstellen… das war echt mal was anderes! Und auch sonst war es zwar sehr klassisch eingerichtet aber immer zwischendurch nette kleine „Stilbrueche“, wie z.B. auf dem Boden im Essbereich der Kueche auf den Holzboden lackierte Krododile… Das Essen (Cateringservice) war auch sehr gut, besonders der von vielen empfohlenen Schokokuchen… war mehr Mouse au Chocolat in Schokoladenhuelle 🙂 … super!

Insgesamt war es ein sehr netter Abend und fuer Tini und Melanie: wenn ihr hier seid muesst ihr auf jeden Fall auchmal zu sowas gehen, nur um euch Rons Haus anzugucken!!

Meine erste Woche bei Genzyme

Meine erste Woche bei Genzyme

Tja, nun ist sie vorbei, meine erste Woche bei Genzyme. Am Montag ging es zuerst in Headquarter zur Einführung, am Dienstag ging es dann nach Waltham, in die Niederlassung in der ich in Zukunft forschen werde. Wie ich mir schon gedacht habe, war in dieser ersten Woche erstmal nicht viel mit Arbeiten, ich hab viel über das Feld, in dem arbeite, und über die Methoden, die ich anwenden werde, lesen müssen.

Ich werde einen weiteren Schritt Richtung Biochemie machen. Bei KIST war mein Arbeitsfeld künstliche Antikörper, bei Genzyme werde ich nun mit natürlichen, humanen Antikörpern arbeiten müssen. Das bedeutet, dass ich neue Methoden anwende und auch ganz andere Arbeitsweisen lernen muss. Die wohl grösste Umstellung für mich wird sein, dass ich viel steril arbeiten werde, was eine gewisse Sauberkeit beim Arbeiten voraussetzt. Wer mich kennt, der weiss, dass ich ein Experte auf dem Gebiet des „Schweinestalls“ bin 😉 Da Jahrzehnte unter der Knute meiner Familie, fast ein Jahrzehnt mit Judith, Jahre im Labor und Monate beim Bund nichts an diesem Zustand geändert haben, gehe ich mal davon aus, dass auch Genzyme mich in dieser Hinsicht nicht ändern wird, aber ich bin ja anpassungsfähig wie ein Chamäleon
🙂

Aber nun mal zu meiner Arbeit: Meine Hauptaufgabe wird sein, kleine Moleküle, wie z.B. Cytostatika, an einen Antikörper zu hängen. Der Antikörper bindet an die Krebszelle und das Cytostatikum gelangt direkt in die Tumorzelle, ohne vorher mit gesunden Körperzellen Schwachfug zu betreiben. Nebenwirkung, wie Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen etc., können so minimiert oder sogar eliminiert werden. Der Antikörper wirkt hier sozusagen als Träger.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich damit Antikörper in bioabbaubare Polymere zu integrieren. Ein Polymer, dass langsam im Körper abgebaut wird und dadurch Antikörper abgibt, die z.B. die Heilung nach einer OP unterstützen, oder Schmerzrezeptoren blockieren, ist sicherlich eine interessante medizinische Anwendung der Zukunft. Der Antikörper wirkt hier als Medikament.

Ich habe hier, mehr als bei KIST, die Möglichkeit den vollständigen Weg der Medikamententwicklung zu sehen. Vielversprechende Kandidaten, die ich herstelle, werden recht schnell in den Tierversuch (der auch genehmigt ist, kleiner Insider) gebracht und evtl. Teil einer zukünftigen Phase I-Studie am Menschen. Es kann sein, dass ich sogar die Tierversuche meiner Komponenten live zu sehen bekomme, es ist zumindest nicht ausgeschlossen, laut meinem Chef.

Im Grossen und Ganzen kann man sagen, dass der Schritt von KIST zu Genzyme ein ebenso grosser Schritt war, wie von der Uni zu KIST, da ist aber noch nicht der Schritt von D in die USA mit eingerechnet. Ich bin wirklich sehr zuversichtlich, dass das hier was wird.

PS: Meine Karte haben sie mir am Mittwoch abgenommen, weil die nicht rausfinden konnten, warum sie nicht funktioniert. Ich hab am Freitag eine neue bekommen, die auch funzt.

Der erste Tag in Waltham

Der erste Tag in Waltham

Heute war nun mein erster Tag in der Abteilung „Biomaterials“ in Waltham. Der Tag begann schon ganz gut, der Autoschlüssel hat nämlich gestreikt, so dass ich erst gar nicht losfahren konnte und den Ersatzschlüssel holen musste. Deswegen kam ich an meinem ersten Tag 5 Minuten zu spät. Dann hat meine Genzyme-Zugangskarte nicht funktioniert, da anscheinend der Server in Waltham noch keine Updates vom Headquarter in Cabridge bekommen hat. Die beiden Malheure schien meinem Vorgesetzten aber nicht im geringsten zu stören, da er mich fröhlich durch das Gebäude geführt hat und mir mein zukünftiges Büro gezeigt. Büro ist vielleicht etwas zuviel gesagt, ich habe ein Schreibplatz in einem dieser Grossraumbüros:

Dort konnte ich mich erstmal häuslich einrichten, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja nix zum einrichten hatte, konnte ich einfach nur auf meinem Stuhl sitzen und auf den nächsten Programmpunkt warten. Um 9.15h kam dann der Erste-Hilfe-Futzi und hat mir einen Vortrag über die speziellen Gegebenheiten der Einrichtung Waltham in punkto Chemische Entsorgung, Erste-Hilfe etc. gehalten. Nachdem ich wieder zurück in meinem „Büro“ war, lag ein Zettel von einem meiner Vorgesetzten auf meinem Tisch, dass ich um 10h zu einem Vortrag kommen soll. Es war natürlich 10.15h 🙂 . Naja, war nicht schlimm, dass ich zu spät kam, beim Vortrag waren min. 40 Leute und es sind ständig Leute rein und rausgegangen.

Nach diesem Vortrag hab ich dann denjenigen getroffen, für den ich in den nächsten Monaten hauptsächlich arbeiten werde: Diego, der Italiener. Mit ihm hab ich dann die nächsten Verwaltungsgänge erledigt. Ausserdem hat er mir einiges zum Lesen gegeben, um mich auf meine Arbeit vorzubereiten, und mich im Labor rumgeführt. Die erste Einweisung auf ein Laborgerät, nämlich Nanodrop, hab ich auch schon hinter mich gebracht. Danach ging es wieder ins „Büro“ zu meiner Literatur.

Ich denke, es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich wirklich ans Arbeiten komme.

PS: Als ich nach Hause gegangen bin, hat meine Karte immer noch nicht funktioniert 😉

Erster Arbeitstag!

Erster Arbeitstag!

Heute war es endlich soweit, mein erster Arbeitstag. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, war heute nicht viel mit Arbeiten. Mein Tag begann erst um 12.30h und auch nicht in Waltham, wo ich normalerweise arbeite, sondern im Hauptquartier von Genzyme in Cambridge. Da das Hauptquartier kaum vernünftige Parkplätze hat, habe ich den Bus und die U-Bahn genommen. Im HQ wurde mir zuerst eine Zugangskarte für die Gebäude von Genzyme verpasst. Das obligatorische Photo ist sogar gar nicht so schlecht geworden, im Gegensatz zu all den anderen Bildern, die von mir in den letzten Monaten gemacht wurden, dürfte ich lächeln!

Danach begannen die verschiedenen Module der Einführung. Zuerst stand der Genzyme-Verhaltenskodex auf dem Programm, gefolgt von allgemeinen Gesundheitsangelegenheiten. Danach kam die unvermeidliche Unterweisung zu Thema sicheres Arbeiten im Labor und chemische Gefahren. Das war wirklich neu für mich, wäre ja nicht so, dass ich all diese Themen jedes Semester in der Uni und dann nochmal bei KIST gehört hätte 😉 . Das finale Modul war das sichere Arbeiten in einem biologischen Labor. Da gab es wirklich ein oder zwei Sachen, die ich noch nicht gehört habe, aber das meiste waren Sachen, auf die man mit dem gesunden Menschenverstand auch selber kommen könnte. Ich denke, es sollte selbstverständlich sein, dass man sich mit Hepatitis oder HIV anstecken kann, wenn man mit Produkten aus Menschen, also mit Blut etc., arbeitet. Um das zu verhindern, muss man sich schützen. Wer das sich nicht selber zusammenreimen kann, hat meiner Meinung nach, nichts in einem Labor verloren. Zum Thema biologische Gefahren in einem Labor haben wir auch einen kurzen Film gesehen, den anscheinend nur ich wirklich witzig fand, da er aus den frühen 90ern und ziemlich schlecht gespielt war. Der Rest der Amerikaner fand ihn anscheinend informativ. Komische Leute…

Wie auch immer, die Einweisung war um 17.30h vorbei und ich auf dem Weg nach Hause.

Morgen ist dann mein erster Arbeitstag in der Einrichtung, wo ich die nächste Zeit arbeiten werde. Ich denke mal, dass ich morgen ebenfalls nicht wirklich arbeiten werde, weil ich wahrscheinlich nochmals von all meinen Vorgesetzten eine Einweisung bekomme und irgendwelchen Papierkram erledigen darf. Wir werden sehen!

Cape Ann

Cape Ann

Da wir ja jetzt mit Auto mobil sind, haben wir gestern unseren ersten Ausflug, raus aus Boston, unternommen. Da wir ja direkt an der Kueste sind, aber das Meer noch nicht wirklich gesehen hatten, haben wir uns auf den Weg nach Cape Ann gemacht. Nicht so bekannt wie Cape Cod, sollte aber auch schoen sein und, laut unserem geschenkten Reisefuehrer „1000 places to see before you die – USA“, eine Reise wert. Daher haben wir uns auf den Weg nach Norden gemacht, sind aber erst … nur aus Spass einmal lang am Charles River quer durch Boston gefahren…

Nachdem wir uns dann erfolgreich (ohne unser neues Navigationssystem!) aus Boston herausgeschlagen hatten sind, wollten wir immer schoen an der Kueste lang bis hoch nach Cape Ann fahren… allerdings war die Strasse, die wir gewaehlt hatten dafuer doch nicht so gut geeignet, die erwuenschten Aussichten aufs Meer gabs doch eher selten….

Nach etwa 2 Stunden (da wir ja nicht den schnellsten Weg genommen hatten) sind wir dann in Rockport an Cape Ann angekommen, einem netten kleinen Hafenstaedtchen, wo wir dann mal ein bisschen Meerluft geschnuppert haben und echt erstaunt waren ueber das Blau des Wassers, echt krass dunkelblau! Da ja im Januar nicht wirklich Saison fuer Kuestenstaedte ist, war nix los und auch so gut wie alle Restaurants hatten geschlossen …. daher war nix mit schoen frischen Fisch essen 😉

Auch dieser Laden hatte zu … daher keinen oesterreichischen Strudel ….

Da es dann inzwischen doch schon spaeter Nachmittag war, haben wir dann den Rueckweg angetreten und sind nicht mehr noch auf kleinen Strassen einmal ums Cape herumgefahren … das koennen wir ja im Sommer machen, wenn wir dann Besucher haben!!