Erster Spaziergang

Bevor es diese Woche hier richtig kalt wird, haben wir am Sonntag die Chance genutzt, den ersten Spaziergang zu unternehmen… oder vielmehr einmal um den Block zu laufen 😉 . Also wurde zum ersten Mal sowohl der Kinderwagen (das Bassinet wird ja schon täglich zum Schlafen benutzt), als auch der Winteranzug ausgetestet. Der Anzug ist viel zu gross, aber da sie aber ja im Bassinet liegt, geht es trotzdem. Er ist mehr ne Decke mit Armen als wirklich ein passender Anzug 😉 . Hier einige Impressionen:

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Der Schneeanzug ist noch viel zu gross

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Hanna im Kinderwagen

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Der stolze Vater

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Hanna ist skeptisch

Ansonsten gewöhnen wir uns weiter ein, jetzt mit Karsten wieder zurück zur Arbeit. Langsam haben wir, glaube ich, ein System gefunden, was zu funktionieren scheint, speziell fürs Füttern/Wickeln nachts. Wir wollen aber den Tag nicht vor dem Abend loben. Also Daumen drücken, dass es ohne grössere Probleme weitergeht und wir uns an den neuen Schlafrhytmus gewöhnen. Vom Arzt gab es beim Checkup nach 10 Tagen auch noch gute Nachrichten gestern: Hanna hat fast wieder ihr Geburtsgewicht erreicht. Wir wissen also, dass die unendlichen Windeln, oder die mit Liebe eingesauten Wickelauflagen, es wert sind!

Wir sind zu dritt!

Am Ende ging es dann doch schneller als gedacht. Am Donnerstag, den 28.01.2016, wurde unsere Tochter im South Shore Hospital in South Weymouth um 22.59h geboren. Sie wog 2950g bei einer Grösse von 50cm. Ihr Name ist Hanna Marie Olejnik.

Wir hatten sie noch gar nicht erwartet, weil es bis zum ausgezählten Termin am 6. Februar noch über eine Woche hin war, aber unsere Kleine hatte wohl andere Pläne. Am frühen Mittwoch nachmittag hat die Fruchtwasserblase ein kleines Loch bekommen, so gering dass wir die ganze Sache erst für falschen Alarm gehalten haben. Meine Vermutung ist, das Hanna die Blase mit ihren spitzen Fingernägeln punktiert hat. 🙂 Der Gynäkologe, den Judith vorsorglich angerufen haben, hatte vorgeschlagen trotzdem ins Krankenhaus zu fahren, damit sie ein paar Tests machen können um sicher zu gehen. Also sind wir nach der Arbeit zusammen dorthin gefahren. Der Test auf Fruchtwasser kam nach fünf Minuten positive zurück. Da war klar, wir gehen nirgendwo hin und das Kind kommt nicht in neun Tagen, sondern jetzt! Schlau wie wir sind, hatten wir selbstverständlich den Krankenhauskoffer bereits gepackt und mit ins Auto gepackt.
Wehen fingen am Donnerstag morgen etwa um 6h an, so das um 9h bereits das erste Schmerzmittel eingesetzt wurde, nämlich Lachgas bei jeder Wehe. Das hat bei Judith auch gut für drei Stunden funktioniert. Als allerdings Lachgas und eine warme Dusche nicht mehr die erhoffte Linderung gebracht haben, wurde dann eine Periduralanästhesie gelegt, die die Schmerzen bis zur Geburt sehr gut gelindert hat. Judith hatte die Chance für sechs Stunden zu ruhen und Kraft zu tanken für den letzten Akt. Der fing um 21h an und nach knapp zwei Stunden, um exakt 22.59h war es dann geschafft und Hanna kam mit einem kräftigen Schrei auf die Welt.
Die Untersuchungen verliefen alle sehr gut, unsere Tochter hat 9 von 10 Punkten auf der Apgar-Score Skala bekommen und hat auch alle Test in den folgenden zwei Tagen im Krankenhaus bestanden.

Am Sonntag nachmittag haben wir Hanna dann mit nach Hause genommen. Ein geringes Risiko auf Neugeborenengelbsucht hat sich zum Glück nicht bestätigt. Auch ein kurzzeitiges Gewichtsverlust von Sonntag auf Montag hatte sie bereits am Dienstag fast komplett wieder ausgeglichen. Mit den Mengen, die sie nun tagsüber isst, sollte sie täglich Gewicht zulegen. Eine tolle Randnotiz ist, dass wir Hanna in dem selben Strampler nach Hause gebracht haben, in dem Judith selbst nach ihrer Geburt nach Hause gebracht wurde. Ihre Eltern hatten den Strampler aufbewahrt und beim letzten mal in die USA importiert.

Nach sechs Tagen muss man sagen, das Hanna ein recht pflegeleichtes Kind ist. Nach anfänglichen, leichten Problemen mit Stillen, isst sie sehr gut. Sie schreit sehr wenig und wenn doch, dann kann man sie sehr schnell wieder beruhigen. Sie schläft so gut, dass wir sie zum Füttern aufwecken müssen. Wenn ich mich über eine Sache beschweren will, dann ist es, dass sie glaubt jeden Tag mehrfach ihre Geschäfte genau dann erledigen zu müssen, wenn sie auf dem Wickeltisch ohne Windeln liegt. Manchmal wartet sie aber auch, bis der Vater die neue Windel und die Hose angelegt hat, bis man nochmal schön einen knattern lässt. Aber sonst ist unsere Tochter Hanna ein wahrer Sonnenschein.

Judith geht es auch gut und erholt sich, trotz des brutalen Schlafrhytmus, den uns Hanna aufdrückt, sehr gut.
Ich habe eine Woche Urlaub genommen und werde morgen für einen halben Tag wieder zur Arbeit gehen. Wir wollen testen, ob Judith alles alleine hinbekommt, während ihrer drei Monate „Mutterschafturlaub“.